Selbstfindung

Achtung! Perfektionsfalle!

Ich habe es mir so fest vorgenommen und geschworen, dass es nie wieder vorkommen wird! Sogar auf meinem Vision Board, das gut sichtbar in der Wohnung hängt, habe ich groß notiert, dass ich nie wieder darauf hereinfallen möchte. Und doch ist es wieder passiert: ich bin in die Perfektionsfalle getreten.

Die Falle schlug zu, als ich mich bei einem Social-Media-Kanal durch die verschiedenen Bilder klickte. Perfekt angerichtete Mahlzeiten, sauber angezogene Kinder, die liebreizend in die Kamera lächeln, wunderschöne selbstgebackene Kuchen, toll dekorierte Wohnzimmer und kreativ geflochtene Kränze, natürlich aus nachhaltigen Materialien, die vorher von der fröhlichen Familie im Wald gesammelt wurden..

Während ich mir all diese Bilder anschaute, erwischte ich mich bei dem Gedanken: ich möchte es auch so schön haben!

Und da bei mir der Status quo ein anderer ist, fing ich an die Küche zu schrubben, obwohl ich doch gerade erst von der Arbeit gekommen war und erst einmal bei einer Tasse Kaffee ausruhen wollte.

Danach zwang ich die murrenden und keineswegs adrett angezogen Kinder in den Wald, um Dekorationen für den Jahreszeitentisch zu sammeln. Dabei sehnte ich mich insgeheim nach einem gemütlichen Lesenachmittag auf dem Sofa.


Perfektionsfalle Die Glücksfinderin Glücksblog


Die Perfektionsfalle

Während all dem hatte ich ein komisches Gefühl im Bauch und einen Druck im Nacken. „Strenge dich mehr an!“ sagte meine innere Stimme. „Die anderen bekommen das doch auch hin! Deren Kinder meckern nicht, wenn sie in den Wald sollen. Deren Hunde sind nach einem Regenspaziergang nicht halb so schlammverspritzt wie deiner. Der Esstisch der anderen Mütter ist immer ordentlich aufgeräumt und mit einem Strauß frischer Blumen dekoriert, während sich auf deinem Tisch die Post der letzten 3 Tage, eine Haarspange und zwei Tüten Hundeleckerlis stapeln. Du musst dich gefälligst mehr bemühen!“

Spürst du, wie anstrengend solche Gedanken sind? Und wie schwer es ist, sich selbst zu sagen: „Es ist gut so, wie es ist!“

Die Perfektionsfalle ist nicht leicht zu erkennen – aber es ist möglich!


Ruf dir in Erinnerung, dass das Leben Spuren hinterlässt

Wo Menschen leben ist Lebendigkeit. Da wird gegessen, getrunken, gearbeitet und gespielt. Da gilt es die verschiedenen Bedürfnisse/Interessen zu befriedigen und Wünsche zu erfüllen. Das alles hinterlässt seine Spuren.

Genau das hatte ich an jenem Nachmittag, an dem ich mir selbst so einen Stress machte, vergessen. Ich hatte aus dem Blick verloren, dass hier eine Familie lebt. Der Hund war so schlammverspritzt, weil er voller Lebensfreude über die nasse Wiese geflitzt war und die Kinder wollten nicht mit in den Wald, weil sie viel lieber zu ihren Freundinnen spielen gegangen wären.


Das Leben hinterlässt Spuren und das ist gut so.


Also frage dich beim nächsten Mal: Wenn ich den Drang nach Perfektion zur Seite schiebe, was kann ich dann sehen?


Herzliche Grüße von

Tanja


Wenn du keine Lust mehr auf die Perfektionsfalle hast, könntest du dich stattdessen fragen, was dich glücklich macht…

One Comment

  • Ursula

    Ha die Falle kenn ich…. nicht oft aber ab und tappe ich in die Falle. Kann mich aber dann wieder befreien.
    Nur leider ist dieses maximale einwandfreie täglich irgendwo sichtbar Social Media sei dank:(.

    Sitze gerade vor dem Laptop, ne Kanne Ingwertee ganz unstylisch in einer Kaffeekanne, trinke aus einer nicht dazu passenden Tasse und einem Esszimmertisch darauf befindet sich die Nähmaschine, ein paar schriftliche Unterlagen, Tischsets also absolut Instauntauglich. Aber soooo gemütlich.
    Ach ja der Staubsauger steht noch in der Ecke.

    LG
    Ursula

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