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Die Adventszeit: Perfektion oder Entspannung?

Es ist Ende November und die Adventszeit beginnt in wenigen Tagen. Mal ehrlich: Wie geht es dir, wenn du an die nächsten vier Wochen denkst?

Fühlst du dich schon jetzt gestresst, überfordert und bekommst schlechte Laune? Spürst du den Wunsch nach Perfektion in der Adventszeit und fühlst dich davon unter Druck gesetzt? Ist dein Terminkalender übervoll und sehnst du dich auf die Tage zwischen den Jahren, weil da endlich ein wenig Ruhe und Entspannung einkehrt?


Perfektion in der Adventszeit

Die Tage im Advent sind oft randvoll mit Verpflichtungen, Terminen und Erledigungen. Ein Event jagt das nächste und ganz nebenbei wollen auch noch die Festtage geplant werden.

Bei all diesen Aufgaben weiß man oft gar nicht mehr, wo einem der Kopf steht und wie man das alles schaffen soll. Dazu kommt, dass gerade in der Adventszeit alles möglichst perfekt sein soll.

Mir ging es jahrelang genau so. Ich wollte es allen recht machen und auf allen Feiern dabei sein (immerhin muss man Präsenz zeigen, nicht wahr? Und wie traurig wären die Kinder erst, wenn man nicht zur Weihnachtsfeier des Kindergartens erscheint, Kopfschmerzen hin oder her?).

Das ich natürlich für alle Freunde und Familienmitglieder, die Nachbarn und auch meine Bekannten das perfekte Weihnachtsgeschenk finden wollte, das stand genauso außer Frage, wie ein Zuhause, das schön geschmückt sein musste (ein paar Kerzen und Tannenzweige hinstellen, das geht gar nicht. So was machen nur Menschen, die keine Lust zum Dekorieren haben. Das dachte ich jedenfalls damals).

Oh, und die Festtage, die sollten so schön sein, dass alle sich gerne daran zurück erinnerten. Einfach nur Suppe am Heiligen Abend? Unmöglich! Da musste schon etwas Besonderes her!

Vielleicht merkst du beim Lesen, welche Anspannung hinter solchen Vorstellungen steckt. Und doch haben wir oft genau diese Erwartungen an die Adventszeit. Wir wollen es allen recht machen und die Festtage besonders schön gestalten. Doch welchen Preis bezahlen wir für unseren Wunsch nach Perfektion in der Adventszeit und ist er oft nicht viel zu hoch?


Entspannung und Besinnlichkeit

Wie ich schon in den Wochenlieblingen am 16.11.19 geschrieben habe, bin ich in den letzten Jahren immer mehr von diesen Vorstellungen einer perfekten Adventszeit abgekommen. Stattdessen möchte ich bewusst inne halten, um viele zauberhafte Momente im Advent zu erleben.

Denn um was geht es denn in dieser besonderen Zeit? Um Konsum und Perfektion oder um Entspannung und Besinnlichkeit? Geht es darum, von einer Weihnachtsfeier zur nächsten zu hetzen oder um das Innehalten und Genießen all der zauberhaften Augenblicke, die wir so nur im Advent erleben können?




Ich habe mich für letzteres entschieden. Das bedeutet für mich:

  1. Ich besuche nicht mehr jede Weihnachtsfeier, sondern nur noch jene, die in meinem Terminkalender genügend Platz finden und auf die ich mich freue.
  2. Ich dekoriere mein Zuhause weiterhin, aber ich muss mich dabei nicht mehr stressen und jeden Dekotrend mitmachen (wobei diese Glitzereinhörner, die es in diesem Jahr zu kaufen gibt, schon ganz schön sind. Mir reicht es aber, sie im Geschäft einzuschauen und mich an ihrem Anblick freuen). Stattdessen verwende ich die Sachen, die ich schon besitze und ergänze sie mit Dekorationen aus der Natur. Ja, frische Tannenzweige, Kerzen, Nüsse und Baumrinde sind für mich mittlerweile eine wunderschöne (und nachhaltige) Dekoration.
  3. Ich hetze nicht mehr tagelang durch die Geschäfte, um die perfekten Geschenke zu finden. Den Stress erspare ich mir, indem ich Geschenke schon frühzeitig besorge oder Zeit verschenke (z.B. in Form eines Kinogutscheins, einer Einladung in die Cocktailbar oder einem Saunagutschein). Außerdem verschenke ich gerne selbstgemachte Präsente. So gab es in einem Jahr z.B. Backmischungen in der Flasche, selbstgekochte Wintermarmelade oder selbstgedrehte Kerzen. Solche Geschenke eigenen sich auch gut für Erzieher im Kindergarten, Arbeitskollegen und Nachbarn.
  4. Bei uns wird nur noch eine Plätzchensorte gebacken. Das Rezept für die einfachen und schnellen Kekse habe ich letzte Woche im Blog veröffentlicht. Das hat den Vorteil, dass ich bewusst mit den Kindern backen kann und nicht noch nebenbei einen anderen Teig vorbereiten muss. Das gemeinsame Schaffen macht viel Spaß und bevor es stressig wird, weil einer die Lust verliert oder sich die Küche in ein absolutes Chaos verwandelt, sitzen wir schon bei einer heißen Tasse Tee und knabbern die ersten, noch warmen Kekse.
  5. Ich möchte für das Weihnachtsessen nicht mehr stundenlang in der Küche stehen. Also gibt es bei uns traditonell ein Raclette. Das hat den Vorteil, dass jeder sich seine Pfännchen selbst zusammenstellen kann (das erspart den Stress, der entsteht, wenn bevorzugt Kinder sagen: „Das esse ich nicht und das auch nicht und das sowieso nicht“). Außerdem ist es schnell zubereitet und lässt sich beliebig mit besonderen Köstlichkeiten ergänzen. Die Reste eigenen sich hervorragend für einen Auflauf am ersten Feiertag. Dazu gibt es einen leckeren Salat. Fertig ist das Festessen für die beiden Weihnachtstage (am zweiten sind wir meist zum Essen eingeladen).
  6. Ich nutze meine Zeit um zauberhafte Moment zu schaffen, z.B. den Besuch in einer Kirche. In ein paar Tagen werden die Kinder und ich vor der wunderschönen Krippe stehen, den Sternenhimmel bewundern und den Duft der echten Blumen einatmen, die dort angepflanzt wurden. Wir werden den hellen Kerzenschein in der dunklen Kirche bewundern und unsere Weihnachtswünsche ins Universum schicken. Denn der Advent ist nicht nur sehr stressig. Er ist auch die Zeit, in der Wünsche wahr werden können…


Das sind meine Pläne für eine besinnliche und entspannte Adventszeit. Jetzt bist du an der Reihe:


„Was wünschst du dir im Advent?“

  • Worauf möchtest du verzichten?
  • Wie möchtest du die Vorweihnachtszeit erleben?
  • Was hat dich in den letzten Jahren besonders gestresst?
  • Mit welchen Menschen möchtest du deine Zeit verbringen?
  • Gibt es bestimmte zauberhafte Momente, die du erleben möchtest?
  • Was ist dein größter Wunsch für die Adventszeit?
  • Was hindert dich daran, ihn zu erfüllen?


Perfektion oder Entspannung in der Adventszeit – für was entscheidest du dich?


Eine Anmerkung zum Schluss: es gibt Menschen, die lieben kunstvolle Dekorationen, backen gerne zwanzig verschiedene Plätzchensorten, suchen tagelang nach dem perfekten Geschenk für ihre Liebsten und genießen es, auf jeder Weihnachtsfeier mit dabei zu sein. Sollte das bei dir der Fall sein, dann fühle dich bitte nicht auf den Schlips getreten. Mache bitte genau so weiter, wie du es bisher gemacht hast!

In meinem Beitrag spreche ich die Menschen an, die sich von all den Events und Erwartungen im Advent überfordert fühlen und Aufgaben erledigen, die ihnen keine Freude bereiten. Für mich gehört die Freude zum Advent dazu und genau das möchte ich mit diesem Text deutlich machen.


Ich wünsche Dir einen wundervollen und entspannten Advent, in dem Du viel Zeit für Dich, Deine Liebsten und Deine Wünsche hast!


Herzliche Grüße von Tanja

6 Comments

  • FrauHummel

    Liebe Tanja, der Advent und Weihnachten stressen mich seit sehr vielen Jahren gar nicht mehr- wobei ich die vorweihnachtliche Zeit eigentlich noch viel schöner finde als die Festtage an und für sich! Ich geniesse das Ruhige und Gedämpfte, das der Winter verbreitet, die schönen Stunden bei Kerzenlicht und Filmen, die so richtig ans Herz gehen, oder bei Ritten durch den Wald, der nie schöner ist als zur eisigen Jahreszeit. Geschenke zu machen liebe ich; wir wichteln in der Familie, was a) wahnsinnig viel Spass macht und b) einem die Gelegenheit gibt, sich ganz auf ein einziges Geschenk zu konzentrieren. Für meine Freundin habe ich tatsächlich schon im Oktober genau das Richtige gefunden, mein Patenmädchen wünscht sich eh‘ immer nur Geld. Alles ganz entspannt also!
    Jedes Jahr nehme ich mir vor zu backen- was mit schöner Regelmässigkeit dann scheitert. Das stört mich aber so gar nicht, denn irgendwer bringt immer Guetzli mit, und wenn nicht- es gibt sie auch zu kaufen in unserem Hofladen! ;oD
    Meine Deko hat in der alten Stollentruhe meiner Oma Platz, ist jedes Jahr bis auf Kleinigkeiten dieselbe und ist mir zu einer inzwischen ganz eigenen Tradition geworden.
    Ich komme gar nicht in Versuchung, unzähligen Einladungen zu irgendwelchen Betriebs- oder anderen Weihnachtsfesten nachzukommen- es gibt nämlich keine. Mit unserem Team in der Klinik gibt es erst im neuen Jahr ein gemeinsames Abendessen, mit der Familie feiern wir am 25.12., und das wars auch schon. Übrigens bringt zu unserem Fest mit der Familie jeder was mit, somit hat auch keiner Stress mit der Zubereitung eines opulenten Festmahles!
    Wenn ich es aus meiner Warte beurteilen soll: Die ganze Hektik um die Festtage ist in den allermeisten Fällen wirklich von jedem Einzelnen selbst heraufbeschworen. Zu hohe Erwartungen an sich selbst und eingefräste Bilder im eigenen Kopf, wie Weihanchten denn sein „soll“- 2 Gründe, die die schönste Zeit im Jahr für viele gerne zur anstrengendsten werden lassen. Dabei ist es so einfach, das zu ändern! Das Wörtchen „nein“ und ein bisschen Durchsetzungsvermögen tragen viel dazu bei! ;oD
    Also lass uns diese Zeit von Herzen geniessen- ganz bald gehts schon los!
    Herzliche Grüsse!

    • Die Glücksfinderin

      Liebe Frau Hummel,

      du sprichst mir so aus der Seele. Ich sehen es in vielen Punkten genauso wie du: wir machen uns den meisten Stress selbst, weil wir glauben, dass es so oder so sein muss oder denken, dass andere es genauso von uns erwarten.

      Dabei kann es auch ganz anders sein. Du beschreibst deine Adventstage unglaublich schön. Ich kann die Entspannung und die angenehme Stille förmlich spüren!

      Wir haben selbst in der Hand, wie wir unsere Tage gestalten und ich wünsche mir, dass jeder für sich die Entscheidungen trifft, die zu ihm passen und ihn glücklich machen.

      Dir ganz wunderbare Adventstage.

      Liebe Grüße von Tanja

  • Tina

    Liebe Tanja,

    Weihnachten sollte ein Fest für alle sein – nebst der GastgeberIn. Ich feiere seit Jahren kein Weihnachtsfest mehr und habe somit auch keinen Stress. Da ich an Weihnachten immer arbeiten gehe, bleibt keine Zeit für gemütliche und gesellige Stunden. Trotzdem liebe ich die vielen Lichter an all den Häusern, wenn sich die Lichter teilweise im Schnee spiegeln.

    Es ist wie jedes Jahr und all die kommenden Jahre, das die Zeit, das Wertvollste ist, was man „verschenken“ kann.

    In diesem Sinne wünsche ich ebenso eine wundervolle Adventszeit.

    Liebe Grüsse Tina

    • Die Glücksfinderin

      Liebe Tina,

      oh, du bist einer der Engel, die an Weihnachten arbeiten?
      Das finde ich toll, denn diese Menschen werden benötigt.
      Ich wünsche dir auf jeden Fall schon jetzt einen angenehmen Heiligabend auf deiner Arbeit und das auch dort der ein oder andere besinnliche Moment möglich ist.

      Ganz liebe Grüße von
      Tanja

  • Jeanne

    Liebe Tanja,
    ich plädiere einstimmig für ENTSPANNUNG! Aber ich gebe es offen zu: als die Tochter noch kleiner war, was hab ich mich da gestresst, um allen gerecht zu werden und alles, wirklich alles pünktlich zum Fest perfekt hinzubekommen!! Bis dann eben der totale Zusammenbruch kam. So schlimm, wie das damals war, mir konnte nichts besseres passieren! Seitdem hab ich eine komplette Kehrtwendung hingelegt, bei der mir der Blog viel geholfen hat, weil er sich unbewusst von Anfang an in eine bestimmte Richtung bewegt/entwickelt hat. (Klingt das komisch?) Seither erleben wir wieder Adventszeit und Weihnachten wie sie sein sollen: magisch!
    Man sieht meistens nur die Sohlen unserer Socken: weil wir auf der Couch lümmeln, heißen Kakao schlürfen, und Christmas-Movies rauf und runter schauen. Und am 2. Weihnachtsfeiertag begehen wir den „lazy-crazy-pajama-day“! Wie der Name schon sagt, bleiben wir (sehr zum Entsetzen der Schwiegermonster) den ganzen Tag im Schlafanzug *lach*
    Und am 24. gibt es traditionell immer Raclette. Die Reste kommen am nächsten Tag auf einen Pizzateig und werden mit dem Käse einfach überbacken. Aber das mit dem Auflauf muss ich mir merken 😉
    Und Weihnachtsfeiern? NIE gehört! Ist das was zum Essen?? *lach*.
    Ich hab bis jetzt noch nichtmal einen Adventskranz oder ähnliches und festgestellt, dass ich nur 3 Kerzen hab. Muss mir also bis Sonntag noch was einfallen lassen und werde nachher mal schauen, was es so im Keller und im Wald alles gibt 😉 Es soll ja Leute geben, die werfen einfach ein paar Zweige auf einen Teller und nennen es Adventskranz *hüstel* *räusper*!!….und wiederum andere müssen einen Workshop für 159.- € besuchen…
    In diesem Sinne wünsche ich dir und deinen Kids noch eine wunderschöne und besinnliche Weihnachtszeit mit vielen „magischen“ Momenten :))
    Ganz ganz liebe Grüße

    Jeanne

    • Die Glücksfinderin

      Liebe Jeanne,
      ist denn auf eurem Sofa noch ein Platz für mich frei (ok, und für die Kinder und den Lockenhund)?
      Das hört sich seeehr gemütlich an. Da bin ich sofort dabei!

      Ich finde es bewundernswert, dass du nach deinem Zusammenbruch die Kehrtwende geschafft hast. Sicher war das nicht immer leicht, denn irgendwie fällt man doch auch mit dem stärksten Willen manchmal in alte Gewohnheiten zurück, aber wie ich weiß, geht es dir so viiiiel besser! Von deinen Ideen profitieren ganz viele deiner Leser und mit deinen Beiträgen regst du wirklich zum Nachdenken an.

      Also, ich habe gehört, dass es im Wald durchaus einiges an natürlicher Weihnachtsdekoration zu finden gibt. Ich denke nicht, dass du da einen teuren Kurs brauchst. Schaue doch mal, ob die Eichhörnchen wieder am Wipfelwerfen waren. 😉

      Ganz liebe Grüße an dich!
      Tanja

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